Das Set besteht aus:
- 1 Glasballon, 5 Liter
- 1 Meter Kunststoffschlauch aus PVC
- 1 Zapfstutzen aus Kunststoff
- 2 Dübel zum Verschließen des Bohrlochs nach dem Zapfen
- 1 Gummikappe 50 mm zum Aufsetzen auf den Glasballon. Das Loch für den Schlauch schneidest du ganz einfach selbst mit einem Cuttermesser in die Kappe
Bevor du den Schlauch auf den Zapfstutzen steckst, machst du ein Ende in ca. 40 °C warmem Wasser weich. Danach lässt er sich ganz leicht aufstecken.
Alle Produkte sind für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen.
Kann man Birkensaft trinken?
Ja – und man kann regelrecht süchtig danach werden. Mindestens zwei Familienmitglieder sind es schon!
Das Zapfen von Birkensaft ist eine alte Tradition in Skandinavien, vor allem in Schweden und Finnland, sowie in Russland. Schon im 18. Jahrhundert wird Birkensaft in der dänischen Literatur erwähnt – mit „einem nicht unangenehmen Geschmack“ und als Mittel gegen verschiedene Krankheiten. Der Saft enthält etwa 1–2 % Zucker und viele Mineralstoffe.
Birkensaft kann gezapft werden, sobald der Saft in der Birke zu steigen beginnt. Nach einem typischen Winter ist das etwa ab Mitte März, bis die Bäume im April austreiben.
Birkensaft kannst du frisch direkt vom Baum trinken oder gekühlt servieren.
Der Saft eignet sich auch zum Backen, für Eis, zum Kochen und zum Bierbrauen. Mit Birkensaft gebackenes Brot scheint besser aufzugehen als anderes Brot und bekommt einen feinen Geschmack. Birkensaft lässt sich außerdem zu einem dickflüssigen Sirup einkochen, den du für Desserts und Soßen verwenden kannst.
Beim Kochen wirkt er geschmacksverstärkend. Gib zum Beispiel bei einem Gulasch, Ragout oder Ähnlichem etwas Birkensaft dazu und lass die Familie urteilen. Dasselbe gilt für Sorbet aus Fruchtpüree: Der Geschmack der Beeren wird vielschichtiger. Zugleich bleibt das Sorbet auch bei niedrigeren Temperaturen weicher als sonst.
Frischer Birkensaft hält sich im Kühlschrank etwa 5 Tage. Er lässt sich aber auch sehr gut bis zur nächsten Zapfsaison einfrieren, sodass du das ganze Jahr über Birkensaft genießen kannst. Einfrieren kannst du den Saft in Kunststoffkanistern (siehe Artikelnummer 4305) oder Bag-in-Box-Beuteln (siehe Artikelnummern 3066 und 3067). Denk daran, dass sich der Saft beim Gefrieren ausdehnt – fülle Kanister bzw. Bag-in-Box-Beutel daher nicht ganz voll. Nach dem Auftauen hält sich der Birkensaft etwa 5 Tage im Kühlschrank.
Du kannst den frischen Birkensaft auch in Flaschen füllen und in einem Pasteurisiergerät pasteurisieren (siehe Artikelnummer 3341). Kühl und dunkel gelagert hält sich pasteurisierter Saft mehrere Jahre.
Los geht’s:
Such dir zuerst einen Baum in passender Stärke aus – nicht zu alt, aber auch nicht zu jung. Ideal ist ein Baum mit einem Durchmesser von mindestens 12–14 cm.
Zum Zapfen bohrst du etwa 70–80 cm über dem Boden ein Loch in den Birkenstamm. Dafür brauchst du einen Bohrer mit einem Durchmesser von ca. 9 mm. Wähle eine glatte Stelle ohne Überwallungen oder Astansätze. Der Bohrer muss die passende Größe haben. Bohre leicht schräg nach oben – so hilft die Schwerkraft, den Saft aus dem Baum zu leiten. Bohre etwa 6–10 cm tief in den Baum, höchstens jedoch bis zur Stammmitte. Spüle das Loch danach eventuell mit warmem Wasser aus. Die äußeren ca. 5 cm des Stamms bestehen aus lebendem Splintholz, in dem der Saft durch „Röhren“, die sogenannten Gefäße, bis in die Krone geleitet wird. Genau aus diesen Gefäßen zapfst du. Im inneren Holz, dem Kernholz, sind diese Gefäße verschlossen – es gibt also keinen Grund, zu tief zu bohren.
Ist das Loch gebohrt, klopfst du den Zapfstutzen mit ein paar leichten Hammerschlägen in den Baum. Dank der Rillen sitzt der Stutzen problemlos dicht. Die Rillen am anderen Ende sorgen zugleich dafür, dass sich der Schlauch leicht und sicher befestigen lässt.
Steck den Schlauch auf den Stutzen und verbinde ihn mit dem Eimer.
Schau ein- bis zweimal am Tag nach jedem Baum, denn bei gutem Wetter kann ein großer Baum bis zu 10–12 Liter Saft pro Tag liefern. Kurioserweise sind Birken offenbar Frühaufsteher: Meist fließt in den frühen Morgenstunden am meisten Saft, danach lässt der Fluss zum Nachmittag hin nach.
Nach dem Zapfen klopfst du einen Holzdübel in das Loch – so tief wie möglich, auf jeden Fall aber so weit, dass das Dübelende bündig mit der Rinde abschließt. Die Rinde verheilt dann im Laufe einiger Jahre. Dübel, die sich nicht ganz einschlagen lassen, sägst du bündig mit dem Stamm ab. Hinweis: Ob ein Dübel für den Baum das Beste ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einige Studien deuten darauf hin, dass er Pilzbefall begünstigen kann. Ohne Dübel „blutet“ der Baum allerdings zweifellos stark, bevor die Wunde verheilt. Ob du Dübel verwenden möchtest oder nicht, entscheidest also du.
Hinweis: Zapfe denselben Baum nur etwa alle 2 bis 3 Jahre, da jährliches Zapfen ihn schwächen könnte. Ein einmaliges Zapfen in einem Zyklus von 2–3 Jahren schwächt den Baum nicht. Verwende nie dasselbe Loch ein zweites Mal. Bohre bei jedem Zapfen ein neues Loch, da alte Bohrlöcher mit Pilzen, Bakterien u. Ä. infiziert sein können.
Ist der austretende Saft nicht klar, musst du ihn wegschütten und das Zapfen an diesem Loch beenden. Stattdessen kannst du an einer anderen Stelle desselben Baums ein neues Loch bohren und dort weitermachen. Milchig trüber Saft kann von Bakterien im Bohrmehl kommen. Reinige daher alles gründlich, bevor du mit dem Zapfen beginnst.
Bevor du die Ausrüstung an einen anderen Baum umsetzt, solltest du alles gründlich waschen.
Stutzen und Schläuche solltest du zusätzlich alle 5 bis 7 Tage in kochendem Wasser sterilisieren – besonders bei milderem Wetter.
Kanister und Eimer kannst du mit Flaschen- und Ballonreiniger (Artikelnummer 3018) reinigen.
Viel Erfolg beim Zapfen im Wald!
Kanister und Eimer kannst du mit Flaschen- und Ballonreiniger (Artikelnummer 3018) reinigen.
Frischer Birkensaft hält sich im Kühlschrank etwa 5 Tage. Erfahrungsgemäß lässt er sich in Bag-in-Box-Beuteln (siehe Artikelnummern 3066 und 3067) kühl gelagert mindestens 3 Wochen aufbewahren, da er bei dieser Methode keinem Sauerstoff ausgesetzt ist. Birkensaft eignet sich auch sehr gut zum Einfrieren bis zur nächsten Zapfsaison, sodass du ihn das ganze Jahr genießen kannst. Einfrieren kannst du den Saft in Kunststoffkanistern (siehe Artikelnummer 4305) oder Bag-in-Box-Beuteln (siehe Artikelnummern 3066 und 3067). Denk daran, dass sich der Saft beim Gefrieren ausdehnt – fülle Kanister bzw. Bag-in-Box-Beutel daher nicht ganz voll. Nach dem Auftauen hält sich der Birkensaft etwa 5 Tage im Kühlschrank.
Hier geht’s zur Einführung ins Birkensaftzapfen
Viel Erfolg!